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16.10.2010 - Das Insel-Tagebuch Golfclub Föhr

Es röhrt, es dröhnt, es vibriert, es qualmt. Ich kann mein eigenes Wort nicht mehr verstehen. Claudia sitzt neben mir und schaut auch leicht irritiert um sich. Einer der beiden Piloten bietet Ohrenschützer an. Haben wir das richtig gemacht? Wir starten vom Flugplatz Westerland unter lautem Getöse nach Föhr. Die 52 Jahre alte Antonov AN-II ist eine Maschine des Unternehmens „Hanseflug“ und fliegt von Frühjahr bis Herbst jeden Tag zweimal von Westerland auf Sylt nach Wyk auf Föhr. Ja, wir haben das richtig gemacht.

Zu unserer Linken das Keitumer Watt, wenig später sehen wir den Autozug, daneben der Golfplatz von Morsum. Und dann geht es nach wenigen Minuten auch schon wieder abwärts, nach fünfzehn Minuten steigen wir etwas durchgerüttelt in Wyk aus der betagten Maschine. Der Flugkapitän reicht uns und vier weiteren Gästen das Golfgeschirr, das neben der Ausstiegsluke angeschnallt mit auf die Reise gegangen ist. Wir gehen einmal um den Flugplatz herum und stehen vor dem Klubhaus des GC Föhr. Auf Sylt wird in höchsten Tönen über diesen Golfplatz geschwärmt, noch können wir den Grund dafür nicht erkennen.

Der GC Föhr ist der zweitälteste Golfclub in Schleswig-Holstein, wurde bereits im Jahre 1925 gegründet, als „Privat-Golfplatz“ des „Nordsee-Sanatoriums“. Vor 21 Jahren wurde die Neun-Loch-Anlage auf 18 Spielbahnen erweitert, seit der offiziellen Eröffnung am Ostersonnabend 2009 hat der Platz 27 Löcher, die farblich unterschiedlich ausgewiesen werden. Gelb sind neun Löcher des alten Parkland-Kurses, Blau und Rot stellen eine Kombination von Alt und Neu dar, sie sind die attraktive Kombination des Platzes für eine 18-Loch-Runde.

Bahn 1 Rot gehört zum alten Platz, noch ahnt man nicht, was dann kommt. Bahn 2, 3 und 4 sind Neubau, und was für ein Anblick auf dem zweiten Abschlag. Ich komme aus dem Staunen gar nicht heraus, das Gelände erinnert mehr an Irland oder Schottland, nach dem Spielen der nächsten beiden Bahnen nimmt meine Begeisterung noch zu. Wo bin ich hier? Ich kann es kaum glauben,  die Bahnen 5 bis 9 holen mich dann etwas auf den Boden zurück. Gut, aber nicht spektakulär, Grüns ohne große Wellen und Finessen.

Bahn 10 und 11 (oder 1 und 2 Blau) gehören auch noch zum alten Bestand, Bahn 3 bis Acht sind dann Neubau. Eine Bahn besser und spektakulärer als die Nächste, und ich begreife langsam, warum jeder Sylter Golfer auch von Föhr in höchsten Tönen schwärmt. Kaum zu glauben, das soll mal plattes Ackerland gewesen sein. Nach der Runde – Blau Neun führt zum Klubhaus zurück – sitze ich auf der Sonnenterrasse und blättere in einem Buch, das Klubsekretärin Gaby Mommsen mir zum Anschauen überlassen hat.

Plattes Land, tatsächlich und eine interessante Dokumentation der gesamten Bausphase. Eine irische Spezialfirma hat 13.000 Kubikmeter Erde bewegt, gepflanzt wurden 20.000 Strandhafer, 30.000 Heidepflanzen, 5.000 Ginster. Die Modellierung sieht natürlich aus, ein größeres Kompliment Architekt Christian Althaus aus dem Planungsbüro von Städler Golf Courses hat hier eine sensationelle Arbeit abgeliefert. Ich weiß, das ist ein großes Wort, aber ich habe schon viele Golfplätze rund um den Globus gesehen und gespielt, das hier ist ein großer Wurf, keine Frage. Es erinnert mich tatsächlich nicht nur an Irland und Schottland, auch der hoch geschätzte Platz „Bandon Dunes“ in Oregon/USA oder Gary Player's „The Links at Fancourt“ in Südafrika haben vergleichbare Qualität. Ein großer Wurf, und das Ganze für nur 50 Euro Greenfee, das ist sehr preiswert und ich frage mich, warum die Plätze auf Sylt so viel mehr kosten?

Während wir auf unser Essen warten, schaue ich mir den Proshop an, der von Headpro Mark Oldsen und seiner Frau Regina betrieben wird. Gut sortiert, feine Auswahl, freundliche Bedienung, das ist mein erster Eindruck. Regina Oldsen ist hilfsbereit und kompetent, klar kaufen wir noch ein Shirt mit Logo, das muss sein. Wir gehen zurück, unser Essen kommt. Rumpsteak und Büsumer Krabben, das ist Surf & Turf auf norddeutsch. Sehr lecker, knackiger Salat als Beilage. Claudia hat eine Ofenkartoffel mit Sour Cream und Krabben, ebenfalls exzellent.

Um Sechs sollen wir wieder am Flughafen sein, wir haben noch knapp zwei Stunden Zeit. Frau Mommsen bestellt uns ein Taxi, ein Insulaner tourt mit uns über die Insel, die ich zum ersten Mal sehe. Er kennt auch die versteckten Ecken und wir halten hier und da vor einer Pension oder einem Hotel, nehmen einen Prospekt mit. Denn das ist schon lange klar, 2011 kommen wir wieder und bleiben ein paar Tage. Dieser Platz wird sicher auch bei mehrmaligem Bespielen nicht langweilig und die Insel hat auch schöne Strände.

Jetzt röhrt es wieder, wir sind zurück in der Antonov. Die erste hob 1947 ab, 20.000 Exemplare wurden weltweit gebaut, in Russland, in Polen und in China. „Anna“ ist eine der letzten aus der UDSSR, der Doppeldecker gilt als sehr zuverlässig. Sie hoppelt über die Wiese, hebt ab und wir sehen den Golfplatz Föhr noch einmal aus der Luft. Spektakulär auch von hier oben, das war ein Super-Golftag. Ein paar Minuten später erreichen wir Sylt, an der Südspitze bei Hörnum zeigt sich der Golfklub Budersand  in der Abendsonne bei schönstem Licht. Das macht schon wieder Appetit auf mehr Golf. Fünf Minuten später landen wir in Westerland, die Antonov scheint ein zuverlässiges Fluggerät zu sein. Danke, Laudi, für ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk! Ich weiß schon, was ich mir für 2011 wünsche. Du auch?

Text & Fotos: Bernd J. Störtebek

Golf Club Föhr e.V.
Greveling
D-25938 Nieblum
Telefon: +49 4681 580455
Telefax: +49 4681 580456
Web: www.golfclubfoehr.de
E-Mail: info@golfclubfoehr.de

Proshop: Telefon: +49 4681 501089
Telefax: +49 4681 501089
Mobil: +49 160 98488451
E-Mail: proshop@golfclubfoehr.de 

Fliegen mit der „Anna“: www.hanseflug.de  

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